sprechbohrer

Sigrid Sachse | Harald Muenz | Georg Sachse
phonetisch-musikalisches SprachKunstTrio

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sprechbohrer – Biographie eines Ensembles

Das in Köln basierte SprachKunstTrio sprechbohrer (Sigrid Sachse, Harald Muenz, Georg Sachse) arbeitet daran, Sprechkunst zu musikalischem Leben zu erwecken. Das Ensemble gründete sich 2004, um aus musikalischer Perspektive Texte aufzuführen, die „zwischen“ Musik, Phonetik und Literatur angesiedelt sind. Alle drei Ensemblemitglieder sind ausgewiesene Musiker. Ihre vielgestaltigen Erfahrungen in den Bereichen Komposition und Interpretation, Literatur und Phonetik fließen in der Ensemblearbeit der sprechbohrer zusammen und ergänzen sich zu einem singulären, grenzüberschreitenden und multilingualen Ansatz.

Zum sprechbohrer-Repertoire gehören einerseits "Klassiker" wie Kurt Schwitters, Dieter Schnebel, Gerhard Rühm, Oskar Pastior, Tom Johnson, John Cage, sowie Kompositionen der Ensemblemitglieder. Andererseits ist dem Ensemble die persönliche Zusammenarbeit mit Autor*innen aus den Bereichen experimenteller Musik wie experimenteller Literatur besonders wichtig. Bislang (2018) haben die sprechbohrer neu entstandene Sprach-Werke von Peter Behrendsen, Crauss, Elfriede Czurda, Christian Filips, Stefan Fricke, Georg Heike, Christoph Herndler, Neo Hülcker, hans w. koch, Barbara Köhler, Swantje Lichtenstein, Julia Mihály, Harald Muenz, Florian Neuner, Roman Pfeifer, Hans Peter Reutter, Gerhard Rühm, Georg Sachse, Sigrid Sachse, Karin Spielhofer, Robert Stähr, Christian Steinbacher, Stefan Streich, Mathias Traxler und Elisabeth Wandeler-Deck realisiert. Ein Teil dieser Kompositionen sind beim Hessischen Rundfunk (Redaktion: Stefan Fricke) dokumentiert.

Von Anbeginn war Helms' epochemachendes Werk Fa: m' Ahniesgwow (1959) den sprechbohrern ein besonderes Anliegen. 2004 präsentierte das Trio auf dem Musikfest der Kölner Gesellschaft für Neue Musik (KGNM) vor einem begeisterten Publikum seine Version der vierten Struktur, die der Autor selbst wegen ihrer eigenwilligen Textdisposition für nicht aufführbar gehalten hatte. In den folgenden Jahren wurden das achtschichtige erste Kapitel, daraufhin die Strukturen III und V einstudiert und aufgeführt. Am 20. Februar 2010 fand schließlich die weltweit erste Aufführung des 90minütigen Gesamtwerks in Anwesenheit von Hans G Helms statt, der die Fassung der sprechbohrer auch autorisierte. 2009 folgte, gefördert von der Kunststiftung des Landes NRW, die Ersteinspielung des gesamten Buchs für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt (hr2-kultur, Produzent: Stefan Fricke). Die Wergo-CD dieser ersten Gesamtaufnahme wurde 2011 mit einem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet; das Londoner Kultmagazin The Wire listete die Aufnahme unter ihren “Top 10 picks 2011”.

Die zweite CD der sprechbohrer (Wergo) brachte Kurt Schwitters’ komplette Konsequente Dichtung heraus.



Sigrid Sachse (*1968) studierte bei Prof. Günter Ludwig an der Musikhochschule Köln und bei Prof. Edmundo Lasheras an der Musikhochschule Detmold. Sie besuchte zahlreiche Klavier- und kammermusikalische Meisterkurse (u.a. bei Edith Picht-Axenfeld, Tiny Wirtz, Paul Meisen und Siegfried Palm). Sigrid Sachse konzertiert sowohl solistisch als auch in unterschiedlichen kammermusikalischen Besetzungen, so beispielsweise im Duo mit der Cellistin Marei Seuthe, mit der Geigerin Cosima Breidenstein oder Sängerinnen wie Susanne Kelling oder Kristi Salinga.

Sie ist Mitbegründerin des Experimentellen Duos Kaiku (zusammen mit Georg Sachse), in dem sie neben Klavier, Kirchenorgel und Flöte auch Instrumente wie die Chinesische Sheng, die Finnische Kantele oder die Indische Tambura spielt. Als Sprechkünstlerin ist sie im phonetisch-musikalischen Trio sprechbohrer tätig, welches sie ebenfalls mitbegründet hat.

Ihr Interesse gilt in starkem Maße dem Bereich der Komposition und Improvisation, das auch immer wieder in ihrer musikalischen Arbeit mit Kindern seinen Niederschlag findet (Kompositionen für Klavier zu zwei bis acht Händen).

Darüber hinaus ist sie als Zeichnerin tätig, wobei auch hier ihre Hauptbeschäftigung stets durchschimmert: "Das kleine Piano", eine Sammlung von Cartoons, die sich um einen überraschen lebendigen Konzertflügel drehen, wurde jüngst veröffentlicht.

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Harald Muenz (*1965) studierte Komposition bei Lachenmann, Meyer, Fritsch, Redel und Barlow an den Hochschulen in Stuttgart, Detmold und Köln, sowie am Elektronischen Studio der Kölner Musikhochschule (bei Humpert) und am Phonetikinstitut der Kölner Universität (bei Heike).

Harald komponiert Instrumentales, Vokales und Radiophonisches und und ist außer als transdisziplinärer Künstler auch als Performer und Autor mit besonderem Fokus auf Sprachmusik aktiv. Zusammen mit dem Vokaltrio sprechbohrer führt er Sprachkunst in unterschiedlichen Formaten auf. Seine Kompositionen und Performances sind auf mehreren CDs erhältlich (u.a. bei cybele und WERGO); das Ensemble Mosaik veröffentlichte eine Portrait-CD mit seiner Kammermusik, die von der Kunststiftung NRW gefördert und von hr2-kultur produziert wurde. Die Fachzeitschrift MusikTexte widmete seiner künstlerischen Arbeit einen Heftschwerpunkt (Heft 103, 11/2004).

Er erhielt Preise, Stipendien, Aufträge und Radiosendungen (fast alle ARD-Sender, BBC, RAI, Donaueschinger Musiktage, Ultraschall, Acht Brücken Köln u.v.a.) in Deutschland, vielen europäischen Ländern, Südkorea und den USA. Muenz ist Träger des Förderpreises Musik NRW (1997) und des Forschungspreises NRW (2001), bekam 1997 das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln, wurde zu Arbeitsaufenthalten ins Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf (1995), in die Villa Aurora/Los Angeles (2000) und auf den Künstlerhof Schreyahn (2005) eingeladen. Seine Partituren erschienen im Feedback Studio Verlag Köln. Bei Pfau gab er eine Buchpublikation zu Franco Evangelisti heraus. 2001-2005 unterrichtete er Ästhetische Phonetik an der Kölner Universität und war 2006-11 künstlerischer Leiter des Elektronischen Studios an der Musikhochschule Lübeck.

Ab 2005 pendelte Muenz als Sparten übergreifender Künstler zwischen Köln und London, wo er eine unbefristete Vollzeitstelle für Komposition und Sonic Arts am Centre for Contemporary Music Practice der Brunel University innehatte; diese abhängige Beschäftigung kündigte Muenz im September 2016, um sich wieder komplett auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren.

2016 Preisträger im Kompositionswettbewerb der Musikbiennale Zagreb (MBZ), dort im April 2017 Uraufführung seines Concertinos für Klavier und Ensemble ciascuno avrà i suoi cinque minuti. 2018 wurde Harald als Mitglied des Avatar Orchestra Metaverse (aom) auf der VR-Plattform Second Life aufgenommen. Kürzlich wurden seine radiophonen Kompositionen Duck well, alles gut und Oiseaux d'artifice (Aufträge von hr2 kultur und WDR 3 Open Sounds) urgesendet.

Externe Links: • Harald Muenz auf Soundcloud • Harald Muenz auf VIMEO • Harald Muenz' Homepage



Dr. Georg Sachse (*1962) verdiente sich seine musikalischen Sporen in diversen Jazz-, Rock-, Blues-, Bluegrass- und Folk-Formationen. Er studierte Musikwissenschaft, Pädagogik, Religionswissenschaft, Philosophie, Ethnologie, Neuere Deutsche Literatur und Japanologie an den Universitäten Köln und Bonn und legte seinen Magister Artium schließlich an der Universität zu Köln im Fach Phonetik ab (Prof. Dr. Georg Heike).

Seine interdisziplinäre Dissertation über den amerikanischen Komponisten Steve Reich wurde in der Reihe Kölner Beiträge zur Musikwissenschaft im Bosse-Verlag veröffentlicht (Prof. Dr. Christoph von Blumröder). Er ist Lehrbeauftragter am Institut für Linguistik/Phonetik der Universität zu Köln, erteilt Instrumental- und Gesangsunterricht und arbeitet darüber hinaus als Sprecher, u.a. für das TestDaF-Institut und die Fern-Universität Hagen.

Sachse konzertiert in unterschiedlichen Formationen, tritt aber auch solistisch auf. Seine kompositorische Bandbreite ist immens und umfasst so ziemlich alles von experimenteller Sprachkomposition bis hin zum Karnevalsschlager. Ein weiterer wesentlicher Tätigkeitsschwerpunkt ist die musikpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (u.a. Kindermusical Sternenstaub, Jugendchor ConTakt, Kinderchor AkkuRATH).

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sprechbohrer – Biography of an Ensemble

Since its inception in 2004, the Cologne based speech art trio sprechbohrer (Sigrid Sachse, Harald Muenz, Georg Sachse) have dedicated themselves intensively to the border areas between music, phonetics, and literature. All three members are trained musicians; Georg and Harald have also been research active at university level in the field. The broad experience of the ensemble's members in the areas of composition, interpretation, literature, and phonetics come together in the work of sprechbohrer coalescing into a unique boundary-crossing and multilingual approach.

The sprechbohrer repertoire includes, on the one hand, "classical" works by Kurt Schwitters, Dieter Schnebel, Gerhard Rühm, Oskar Pastior, Tom Johnson, John Cage, in addition to their own compositions. On the other hand, the ensemble is particularly interested in personal cooperation with authors from experimental music and experimental literature. So far (2018) the sprechbohrer have realised newly composed speech works by Peter Behrendsen, Crauss, Elfriede Czurda, Christian Filips, Stefan Fricke, Georg Heike, Christoph Herndler, Neo Hülcker, hans w. koch, Barbara Köhler, Swantje Lichtenstein, Julia Mihály, Harald Muenz, Florian Neuner, Roman Pfeifer, Hans Peter Reutter, Gerhard Rühm, Georg Sachse, Sigrid Sachse, Karin Spielhofer, Robert Stähr, Christian Steinbacher, Stefan Streich, Mathias Traxler, and Elisabeth Wandeler-Deck. Some of these compositions were documented by Hessischer Rundfunk (editor: Stefan Fricke).

Right from the beginning Helms’s epoch-making work Fa:m’ Ahniesgwow (1959) was a special concern to sprechbohrer. In 2004, the trio presented their version of Structure IV to an enthusiastic audience at the Musikfest der Kölner Gesellschaft für Neue Musik (KGNM), which the author himself had considered to be not performable because of its idiosyncratic text disposition. Over the succeeding years, the eight-layered first chapter, then subsequently Structures III and V were worked out and performed. Finally, on 20 February 2010, the first worldwide performance of the complete 90-minute work took place, in the presence of Hans G Helms who also authorised the sprechbohrer's version of the piece. In 2009 this was followed by the premiere recording of the entire book for radio Hessischer Rundfunk in Frankfurt (hr2-kultur, producer: Stefan Fricke), with support by the Arts Foundation of the German state of North Rhine Westphalia (Kunststiftung NRW). In 2011, the CD release of this first complete recording (Wergo) was awarded a Prize of the German Record Critics (Preis der deutschen Schallplattenkritik); the London cult magazine The Wire listed the recording among their "Top 10 picks 2011".

The second sprechbohrer CD (Wergo) is dedicated to Kurt Schwitters' complete "Consequent Poetry".



Sigrid Sachse (born in 1968) studied with Prof. Günter Ludwig at the music Hochschule in Cologne and with Prof. Edmundo Lasheras at the Detmold music Hochschule.

She has attended numerous piano and chamber music master classes given by Edith Picht-Axenfeld, Tiny Wirtz, Paul Meisen, and Siegfried Palm, among others.

She concertizes as a soloist as well as in various chamber music constellations: for example, in the Duo Descartes with the flutist Martin Becker.

Her interests lie particularly in the areas of composition and improvisation, which also influence her musical work with children.

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Harald Muenz (*1965) studied composition under Helmut Lachenmann, Krzysztof Meyer, Johannes Fritsch, Martin Redel and Clarence Barlow at the conservatories in Stuttgart, Detmold and Cologne, as well as in the Electronic Studio of Cologne’s Musikhochschule (under Hans Ulrich Humpert) and at Cologne University’s Phonetic Institute (under Georg Heike). Harald is a transdisciplinary artist composing instrumental, vocal and radiophonic works who is also active as a performer and author with particular interest in speech and language. Together with his vocal trio sprechbohrer he is performing speech art in various formats. His compositions and performances are available on several CDs (among others with cybele and WERGO); Ensemble Mosaik released a portrait CD with his chamber music which was supported by Kunststiftung NRW and produced by hr2-kultur. The new music journal MusikTexte dedicated an issue (no. 103, 11/2004) to his artistic work.

He has received prizes, scholarships, commissions and radio broadcasts by almost all ARD stations, BBC, RAI, Donaueschingen Music Days, Ultraschall, Acht Brücken Cologne, among others) in Germany, many European countries, South Korea, and the USA. Harald has received the NRW Support Prize (1997) and a NRW Research Grant (2001), the City of Cologne’s Bernd-Alois Zimmermann Scholarship (2000), and was invited to work residencies at Wiepersdorf Castle (1995), the Villa Aurora in Los Angeles (2000), and the Artists' Colony in Schreyahn (2005).

His scores were available from the Feedback Studio publishers in Cologne. The publisher Pfau has released his book on Franco Evangelisti.

From 2001 to 2005, he taught Aesthetic Phonetics at the university in Cologne; 2006-11 he was also Artistic Director of the Musikhochschule Lübeck's Studio for Electronic Music.

From 2005 Harald commuted between Cologne and London as a full-time permanent lecturer in Composition and Sonic Arts at Brunel University's Center for Contemporary Music Practice; in September 2016 he left this dependent employment on his own initiative to be able to fully dedicate his time to his artistic work again.

2016 Harald's Concertino for piano and ensemble ciascuno avrà i suoi cinque minuti was selected in the Composition Competition of the Zagreb Music Biennale (MBZ), where it received its premiere in April 2017. In 2018, Harald was accepted as a member of the Avatar Orchestra Metaverse (aom) on the VR platform Second Life. More recently, his radiophonic pieces Duck well, alles gut and Oiseaux d'artifice (commissions by Hessischer Rundfunk hr2 kultur and Westdeutscher Rundfunk WDR 3 Open Sounds) received their broadcast premieres.

Links: • Harald Muenz on Soundcloud • Harald Muenz on VIMEO • Harald Muenz's Homepage



Dr. Georg Sachse (born 1962) cut his musical teeth in diverse jazz, rock, blues, bluegrass, and folk music ensembles. He has studied musicology, pedagogy, theology, philosophy, ethnology, German literature, and Japanology at the universities in Cologne and Bonn, and completed his Magister Artium in phonetics at Cologne University (Georg Heike). His interdisciplinary dissertation on the American composer Steve Reich was published by the Bosse publishers in the series, Kölner Beiträge zur Musikwissenschaft [Cologne Essays on Musicology]. At the university in Cologne, he is a lecturer at the Institute for Linguistics and Phonetics; he also gives instrumental and vocal instruction and works as a speaker for the TestDaF Institute and the Hagen open university. Sachse concertizes in various ensembles and appears as soloist. As a composer, he writes experimental modern music as well as pop songs for the Cologne carnival. A further area of emphasis in his activities is music pedagogy with children and young people (for example, his children’s musical Sternenstaub [Star Dust], the youth choir “ConTakt” and the children’s choir “AkkuRATH”)

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Fotos auf dieser Seite: © Sina Sachse 2017