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    sprechbohrer
    Sigrid Sachse / Harald Muenz / Georg Sachse



    Autorenmusik



    In einem 1977 publizierten Essay hat Helmut Heißenbüttel für „Werke von Schriftstellern und Komponisten, die im Grenzbereich von Musik und Sprache mit experimentellen Methoden neue Möglichkeiten der poetischen Zeichenbildung und der ästhetischen Wahrnehmung erkunden“ den Begriff „Autoren-Musik“ geprägt. Damit ist exakt das Interessensgebiet des SprachKunstTrios sprechbohrer bezeichnet, dessen Repertoire Werke u.a. von Kurt Schwitters, Dieter Schnebel, Gerhard Rühm, Oskar Pastior und John Cage umfasst und das 2010 zum ersten Mal die Textkomposition Fa:m’ Ahniesgwow von Hans G Helms komplett aufführte. In Kooperation mit der KünstlerInnenvereinigung MAERZ haben die sprechbohrer Autorinnen und Autoren dazu eingeladen, dieses Repertoire zu erweitern.

    AUTORENMUSIK: KÖLN.


    Samstag, 18. November 2017, 20:00 Uhr
    Alte Feuerwache
    Melchiorstraße 3, 50670 Köln


    Schriftstellerinnen und Schriftsteller schreiben für die sprechbohrer

    Eine musikalisch-literarische Kooperation zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz


    Ein Abend der Uraufführung in Anwesenheit der Autoren:


    Christian Steinbacher: Dösender Grünspan

    Elisabeth Wandeler-Deck: Das a. Das i. Was kann der Umlaut.

    Christoph Herndler / Florian Neuner: Becher und Rohr

    Mathias Traxler: "Ich les doch nicht, was da geschrieben steht."

    Crauss: IO [home]


    Moderation: Florian Neuner

    Zwischen den Lesungen spielt Sigrid Sachse kurze Klavierwerke von Erik Satie


    Eintritt frei.


    Gefördert durch:




    AUTORENMUSIK: LINZ.


    Künstler- und Künstlerinnenvereinigung MAERZ
    Eisenbahngasse 20, 4020 Linz (Österreich)


    Zwei Abende mit Texten und Tönen aus dem Zwischenreich von Musik und Sprache


    Donnerstag, 23. November 2017

    18.30 Sprachmusik und Klangdichtung
    Harald Muenz und Florian Neuner im Gespräch über das Projekt Autorenmusik

    20.00 Autorenmusik: Die Stimmen der Dichter
    Mit Crauss. (Siegen), Florian Neuner (Berlin), Karin Spielhofer (Wien), Robert Stähr (Linz), Christian Steinbacher (Linz), Mathias Traxler (Basel / Berlin) und Elisabeth Wandeler-Deck (Zürich).


    Freitag, 24. November 2017

    18.30 Im Zwischenreich von Musik und Sprache
    Ein Gespräch mit Christoph Herndler, Christian Steinbacher und Elisabeth Wandeler-Deck. Moderation: Florian Neuner.

    20.00 Autorenmusik: Kompositionen für phonetische Stimmen

    Crauss: IO [home]

    Christoph Herndler / Florian Neuner: Becher und Rohr

    Karin Spielhofer: eben noch nicht

    Robert Stähr: Linse

    Christian Steinbacher: Dösender Grünspan

    Mathias Traxler: "Ich les doch nicht, was da geschrieben steht."

    Elisabeth Wandeler-Deck: Das a. Das i. Was kann der Umlaut.

    Gefördert durch:




    MUSIK UM 7: WELS.


    imPavillon
    Herrengasse 8, 4600 Wels (Österreich)
    Marienkirche, Herrengasse


    Samstag, 25. November 2017, 19.00 Uhr

    Kurt Schwitters (1887-1948) aus: "Konsequente Dichtung":
    ................................................Neue Sonate (1945-47)
    ................................................Wand (1921)
    ................................................Gedicht 25 [elementar] (1922)
    ................................................Zwölf (1921)
    ................................................What a b what a b what a beauty (1944)
    ................................................naa (1926)
    ................................................bii büll ree (1936)

    Sigrid Sachse (*1968) Hellgläntzendes Silber (2010), Text: Johann Klaj

    Helmut Heißenbüttel (1921-96) Einfache grammatische Meditationen (1955)

    Gerhard Rühm (*1930) sprechduette nach deutschen volksliedern (1987), Auswahl

    Harald Muenz (*1965) Im Merzen am Rheine – zweisilbig parallel (2016), aus: Das Zungenbuch, Nr. 5

    Oskar Pastior (1927-2006) meteorganistenographie aus: Das Hören des Genitivs (1997)

    Elfriede Czurda (*1946) Eine Achtel Wachtel aus: Nie wieder Oulipo

    Georg Sachse (*1962) Volksweisen (2006)

    Gerhard Rühm (*1930) silben- und wortstudien nach stücken aus dem "notenbüchlein für anna magdalena bach" (1998), Auswahl

    Florian Neuner (*1972) Ins Wort und Vom Tage (2014)

    Hans G Helms (1932-2012) Struktur IV aus: Fa:m' Ahniesgwow (1959)



    Gefördert durch:







    Kurt Schwitters – ursonate und andere konsequente Dichtung

    >> Bei Schott/Wergo erschienen:

    >> "Mit Humor und Klangverstand" – Rezension der CD auf magazin.klassik.com !

    Kurt Schwitters’ „Sonate in Urlauten“ ist das pro­toty­pische, an der Grenze zwischen Sprache und Musik angesiedelte Werk. Schon der prägnante Werktitel schlägt eine suggestive Verbindung zwi­schen Sprachmaterial und der musikalischen Form der Sonate; die „Ursonate“ steht geradezu sprich­wörtlich für Lautdichtung.

    Für Schwitters, der sich auch als sein eigener Interpret für die Verbreitung seines laut­poetischen opus magnum engagierte, schien es nur schwer denkbar, dass sein Werk ohne ihn überhaupt überlebensfähig sein könnte. Nichtsdestotrotz brachte es die „Ursonate“ – vor allen anderen Arbei­ten dieses Genres – zu bei­spielloser Berühmtheit.


    „Buchstaben haben an sich keinen Klang, sie geben nur Möglichkeiten zum Klanglichen, die gewertet werden durch den Vortragenden“ (Schwitters).

    Für diese CD legt das Pho­netisch-musikalische SprachKunstTrio sprechbohrer seine einzigartige Interpretation der Schwitters’schen „Ursonate“ vor und präsentiert zudem weitere Werke des Künstlers, der eines der facettenreichsten lautpoetischen Œuvre des 20. Jahrhunderts schuf.





    Erste vollständige Gesamteinspielung

    Hans G Helms' legendäres Sprachkunstwerk fa:m' ahniesgwow, das Erfahrungen während der Herrschaft des Naziterrors bis hin zur Ära des Konsumzwangs verarbeitet, hat bis heute nichts an Brisanz verloren. Im Grenzbereich zwischen Literatur und musikalischer Komposition werden konventionelle Sprachgewohnheiten gesprengt. Das phonetisch-musikalische SprachKunstTrio sprechbohrer legt das Kultwerk nun in einer von Helms autorisierten Version vor.

    Die bei Schott/Wergo erschienene Doppel-CD wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 3/2011) ausgezeichnet und von der britischen Musikzeitschrift The Wire unter die "Top 10 picks" des Jahres 2011 gewählt.

    "On this copiously documented set, Fa:m' Ahniesgwow is performed by Sprechbohrer, a three-man vocal group dedicated to realising work pitched somewhere between music, phonetics and literature, and their rendering is brilliant: out of rapidfire German tumbles 'hip' American slang and familiar phraseology once removed; the melody and counterpoint of different languages."
    (The Wire - Dezember 2011)

    Koproduktion mit dem Hessischen Rundfunk 2009
    Gefördert von der Kunststiftung NRW